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Optionen Grundlagen – Was man über Optionen wissen sollte

Update: Sonntag, 28. Februar 2021

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Kennst du dich mit Optionen aus? Wie funktionieren Optionen? Handelst du bereits mit Derivaten und nutzt Optionen zur Optimierung deiner Anlagerendite oder zur Absicherung? Auf dieser Seite findest du nützliche Informationen und Tipps rund um Optionen.

 

Was sind Optionen?

  • Optionen sind ein Finanzprodukt, welches zu den Derivaten gehört (Termingeschäfte).
  • Wenn du eine Option kaufst, erwirbst du das Recht, eine Ware oder einen Vermögenswert wie z.B. eine Aktie (Basiswert) bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem fest vereinbarten Basispreis (Strike) entweder zu kaufen oder zu verkaufen.
  • Mit dem Kauf der Option erwirbst du nur das Recht, diese Kauf- oder Verkaufsoption einzulösen. Du bist aber nicht verpflichtet, deine Option auch wirklich auszuführen.
  • Beim Kauf einer Option schließt du einen Vertrag mit dem Optionsverkäufer (Stillhalter) ab, einen sogenannten Options-Kontrakt.
  • Der Optionsverkäufer muss dir garantieren, dass du deine Option ausführen kannst. Dafür bekommt er als Gegenleistung einen kleinen Betrag als Vergütung, die Optionsprämie. Diese Prämie musst du ihm sofort beim Eingehen des Kontrakts bezahlen und bekommst sie auch nicht zurück, egal ob du deine Option ausführst oder nicht.

 

Die wichtigsten Merkmale und Parameter von Optionen

  • Optionen werden an der Börse standardisiert gehandelt und sind stärker reguliert als andere spekulative Finanzprodukte.
  • Bei Kauf von Optionen musst du im Gegensatz zu Futures vorab eine Prämie bezahlen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Optionen mit verschiedenen zugrunde liegenden Werten (Basiswerten oder auch Underlying genannt). Hier sind einige Beispiele:

  • Optionen auf einen Marktindex/Aktienindex (Eurostoxx 50, S&P 500, Nasdaq 100, ...)
  • Optionen auf einen Aktie (Microsoft, Amazon, SAP, ...)
  • Optionen auf Devisen/Forex-Paar (EUR/USD, ...)
  • Optionen auf einen Rohstoff (Öl, Gold, Silber, Kupfer, ...)
  • Optionen auf eine Anleihe (z.B. deutsche Staatsanleihe, Unternehmensanleihe, ...)

 

Call und Put Optionen

Kaufoptionen (Call Optionen)

  • Wenn du eine Kaufoption oder Call Option kaufst, erwirbst du das Recht einen Basiswert wie z.B. eine Aktie zu einem vorab festgelegte Preis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu kaufen.
  • Erwartest du beispielsweise, dass der Kurs einer Aktie stark steigt, könntest du dir eine Call Option mit dem Basispreis (Strike) des aktuellen Aktienkurses und der Laufzeit von einem Monat kaufen. Damit hättest du einen Monat lang das Recht, die Aktie zu diesem Kurs zu kaufen, ganz egal wie sich der Kurs der Aktie entwickelt. Steigt der Aktienkurs tatsächlich sehr stark an, wirst du froh sein, die Aktie noch zu dem vereinbarten, niedrigen Preis kaufen zu können. Du würdest die Option ausführen und deine entstandenen Kosten für die Optionsprämie beim Kauf sind dann schnell vergessen. Sinkt der Aktienkurs jedoch, macht es für dich keinen Sinn die Option auszuüben, so dass sie nach Ende der Laufzeit verfällt und die gezahlte Kaufprämie für dich einen kleinen Verlust ausmacht.

Verkaufsoptionen (Put Optionen)

  • Wenn du eine Verkaufsoption oder Put Option kaufst, erwirbst du das Recht einen Basiswert wie z.B. eine Aktie zu einem vorab festgelegte Preis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen.
  • Erwartest du beispielsweise, dass der Kurs einer Aktie aus deinem Depot stark fällt, könntest du dir eine Put Option mit dem Basispreis (Strike) des aktuellen Aktienkurses und der Laufzeit von einem Monat kaufen. Damit hättest du einen Monat lang das Recht, die Aktie zu diesem Kurs zu verkaufen, ganz egal wie sich der Kurs der Aktie entwickelt. Fällt der Aktienkurs tatsächlich wie angenommen, dann dürftest du die Aktie durch Ausführen der Option trotzdem zu dem vereinbarten, hohen Preis verkaufen.

 

Europäische Optionen und amerikanische Optionen

Es gibt zwei Varianten der Ausübung. Auch wenn die Namen es vermuten lassen, die beiden Arten haben nichts mit Europa oder Amerika als Region zu tun, sondern definieren, wann eine Option vom Käufer ausgeübt werden darf (es gibt auch europäische Optionen in Amerika und amerikanische Optionen in Europa).

1. Europäische Optionen

Bei einer Option mit der europäischen Form der Ausübung kannst du die Option nur zum Fälligkeitstag ausüben, also nur am Ende der Laufzeit, nicht zwischendurch. Diese Ausübungsart wird häufig bei Optionen auf Aktienindizes angeboten, z.B. bei Optionen auf den DAX-Index oder EuroSTOXX-Index.

2. Amerikanische Optionen

Bei einer Option mit der amerikanischen Form der Ausübung kannst du die Option immer bzw. zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwischen deren Kauf und ihrer Fälligkeit ausüben, du brauchst nicht bis zum Ende der Laufzeit warten. Diese Ausübungsart wird häufig bei Optionen auf Aktien und ETFs angeboten. Das kannst du z.B. sinnvoll nutzen, um eine Dividendenaktie vor dem Festlegungsdatum (Ex-Date) eingebucht zu bekommen, so dass du die Dividende des Basiswertes gutgeschrieben bekommst.

Übrigens: Auch amerikanische Optionen werden in der Praxis nahezu immer bis zum Ende der Laufzeit gehalten. Der Zeitfaktor fließt nämlich in der Regel in die Optionsbewertung mit ein und der Zeitwert einer Option ist umso höher, je länger die Laufzeit ist. Interessant ist dazu auch dieser Artikel auf lynxbroker.de, über die vorzeitige Ausübung von Optionen.

 

Merkhilfe: Den Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Optionen kannst du dir mit folgender Eselsbrücke besser merken:

  • "amerikanisch" etwas schneller ausgesprochen klingt wie "immerkannich", du kannst "immer" während der Laufzeit ausüben.
  • "europäisch" fängt mit dem Buchstaben "E" wie Ende an, du kannst nur am Ende der Laufzeit ausüben.

 


Einsatzzwecke und Strategiebeispiele für Optionen

  • Du kannst Optionen zur Absicherung gegenüber Marktschwankungen und Kurseinbrüchen verwenden und so Risikofaktoren minimieren.
  • Ebenso kannst du Optionen zur Spekulation mit großer Rendite einsetzen.

 

Vorteile von Optionen

  • Niedrige Kapitaleinsätze nötig, aber hohe Renditen möglich.
  • Große Auswahl an Basiswerten.
  • Standardisiertes Handeln an Börsenplätzen.
  • Einfache Möglichkeit auf fallende Kurse zu setzen (short gehen).
  • Möglichkeit zur Absicherung gegen Finanzkrisen oder stark fallende Kurse.

 

Nachteile von Optionen

  • Sehr hohe Verluste möglich.
  • Im Gegensatz zum Halten von Aktien bekommst du für gekaufte Optionen keine Dividenden ausgezahlt.
  • Der Handel mit Optionen stellt ein recht komplexes Themengebiet dar und erfordert grundlegendes Vorwissen. Für Privatpersonen ist außerdem eine bescheinigte Termingeschäftsfähigkeit unumgänglich.

 

Disclaimer
Bitte beachte: Die Informationen auf dieser Website dienen allgemeinen Informationszwecken und stellen keine betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Obwohl wir uns bemühen, alle Inhalte und Quellen sorgfältig zu prüfen, haften wir nicht für ihre Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit.

 

Quellen und interessante Links

  1. finanzfluss.de - Was sind Optionen? – Optionen einfach erklärt
  2. gevestor.de - Europäische Option – Grundwissen
  3. deltavalue.de - Europäische Optionen – Definition & Beispiel
  4. banxbroker.de - Wissen Optionshandel: Amerikanische vs. Europäische Option
  5. finanzderivate.net - Amerikanische Optionen und der Unterschied zu Europäischen Optionen
  6. lynxbroker.de - Vorzeitige Ausübung von Optionen – So reagieren Sie richtig und bleiben entspannt

 

Hast du weitere Tipps und Anregungen zum Handeln mit Optionen? Wie sind deine Erfahrungen mit diesen Derivaten? Wann und wie setzt du sie bei deinen Investitionen ein? Schreibe doch einen Kommentar.

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